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  • Karin Sommer

Keine Angst vor Ärger


Frohe Ostern!!

Du kannst aufbrausend werden, wenn du sehr ärgerlich bist, tust dir aber sehr schwer, mit dem Ärger von Anderen umzugehen?


Willkommen in der komplexen Welt der Hochsensibilität! Was auf den ersten Blick unlogisch und unfair erscheint, macht bei näherer Betrachtung sehr viel Sinn.



Hochsensible Menschen spüren den Ärger der Person vor ihnen mit voller Intensität. Die Zurückweisung, die Angst, die damit verbunden ist, die aufgewühlten Gefühle des Anderen – werden sehr stark gespürt. Während einige hochsensible Menschen aufgrund dieser Intensität Konflikten eher aus dem Weg gehen, sind andere wiederum sehr mutig und sprechen Konflikte direkt an – mit der Absicht, sie schnell aus dem Weg zu räumen. Denn möglichst schnell wieder den Zustand der Harmonie zu erreichen, ist wohl das Ziel von allen besonders empfindsamen Menschen.


Obwohl der Ärger von Anderen von vielen hochsensiblen Personen gefürchtet ist und sie für gewöhnlich sehr reflektiert und besonnen handeln, kann sich das im Zustand der Übererregung sehr schnell ins Gegenteil verkehren. Wenn sehr viele Eindrücke auf einmal eintreffen, viele Anforderungen gleichzeitig gestellt werden, es in diesem Moment viel zu verarbeiten gibt – und dann etwas passiert, das das Fass zum Überlaufen bringt – dann überraschen hochsensible Menschen mit impulsiven, emotionalen und unüberlegten Ausbrüchen.


Diese Ausbrüche – oder bei besonders introvertierten oder auf „sich zurückziehen“ konditionierte Menschen – Einbrüche, wie Erstarren, Weggehen, nichts mehr sagen – ziehen danach Schuldgefühle mit sich – und spätestens dann muss dem hochsensiblen Menschen klar werden: Ich befinde mich in einem reizüberfluteten Zustand – in einer Ausnahmesituation sozusagen, die vorbeigeht.




Das Innehalten ist wohl der wichtigste Moment in Situationen wie diesen. Dem überreizten Nervensystem die Möglichkeit verschaffen, sich zu beruhigen, sich gegebenenfalls zu entschuldigen und vor allem die Aktivierung des Mitgefühls für sich und alle Beteiligten der Situation ist der Schlüssel dazu, dass aus einer momentanen Übererregung kein Drama wird, das alle Beteiligten leiden lässt.

Wie bei den meisten Dingen im Leben macht Übung den Meister. Wie immer empfehle ich, den Körper zu Hilfe zu nehmen. Die Aufmerksamkeit auf die Atmung lenken – mindestens 5 Minuten lang – bis sie einen Weg findet, wieder ruhiger zu fließen. Den Körper spüren, die Hände das tun lassen, was sie wollen – manchmal halten sie die Arme fest, streichen über die Oberschenkel und tragen so zur Beruhigung bei.


Jedes Mal ein Stück weit spüren, dass Ärger aushaltbar ist – egal ob er in uns Purzelbäume schlägt oder uns aus dem Gesicht der anderen Person entgegenspringt. Im besten Fall führt er zu positiven Veränderungen, zu notwendigen Lernschritten. Im schlimmsten Fall hat er wegen nichts und wieder nichts gewütet, hat sich aber dann doch wieder beruhigt und hat mit etwas Aufmerksamkeit von unserer Seite dazu geführt, dass wir ihn besser kennenlernen und somit weniger zu fürchten brauchen.


Achtung: Besonders zu den Feiertagen glaubt der Ärger manchmal, dass er das Recht hat, das Geschehen zu bestimmen und sucht sich besonders gerne hochsensible Menschen aus, um zu testen, ob sie schon gelernt haben, mit ihm umzugehen. Zeigs ihm!!

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